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Kurzinfo zur Methode "Zukunftswerkstatt"

Ziel einer Zukunftswerkstatt ist es, das Menschen für eine gewisse Zeit an einem Ort zusammenkommen und gemeinsam nach kreativen Lösungen für ein Ziel, für anstehende Fragen / Probleme oder für eine gestellte Aufgabe suchen.
Die Zukunftswerkstatt ist ein wirkungsvolles Instrument zur Beteiligung von Betroffenen, Vereinsmitgliedern, Bürgerinnen und Bürgern. Im demokratischen Miteinander, nehmen die Teilnehmenden gleichberechtigt mit Experten, Mandatsträgern, Fachleuten ihre Interessen war. Die Methode ist inzwischen in vielerlei Kontexten (Bildung, Beratung) hineingewachsen, hat sich etabliert und einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Zukunftswerkstätten werden ebenso in No-Profit als auch in Profit-Unternehmen in unterschiedlichen Zusammenhängen eingesetzt: zum Umgang mit Problemen, zur Lösungssuche auf offene Fragen, zur Sensibilisierung, als Beratung, o.a.

In der konkreten Werkstattarbeit ergänzen sich Experten und Laien gegenseitig. Jeder bringt seine Kompetenzen in die Zukunftswerkstatt ein. Alle Teilnehmenden werden mit ihren Kompetenzen ernst genommen, es wird ohne Hierarchien gearbeitet. Am Ende der Zukunftswerkstatt stehen konkrete Ergebnisse. Es kann sowohl um das Schaffen langfristiger Perspektiven, als auch um die Lösung konkreter Probleme und Fragestellungen gehen. Mit der Methode kann sowohl Interesse und  Beteiligung bei den Teilnehmenden geweckt werden, somit Resignation und Apathie überwunden werden. Ein weiteres Kriterium was immer wieder bei Teilnehmenden von Zukunftswerkstätten genannt wird, ist die Lust und Freude an den neuen Formen der Auseinandersetzungen, ebenso die kreativen Elemente der Zukunftswerkstatt was motivierend, ganzheitlich und sehr kommunikativ von den Teilnehmenden wahrgenommen wird.

Der offene Prozess einer Zunkuftswerkstatt durchläuft immer nacheinander drei Phasen. Ziel ist es nach der "Bestandsaufnahme", durch zeitweises Phantasieren von der Realität so abzuheben, dass wünschbare Alternativen und Lösungen entstehen, die schließlich in konkrete Projekte und Veränderungen münden. Ein kurzer Überblick über die drei Phasen verdeutlicht dies:

I. Beschwerde- und Kritik-Phase

Schwierigkeiten, Missstände und Probleme werden in dieser Phase artikuliert und nach verschiedenen Kritikschwerpunkten geordnet. Es entsteht eine Bestandsaufnahme der Situation, die selbstverständlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die Teilnehmenden nehmen Ihre Interessen wahr und setzen die inhaltlichen Schwerpunkte.

II. Phantasie- und Utopie-Phase

Ausgehend von Wünschen und Hoffnungen der Teilnehmenden werden in Kleingruppen (ohne Einschränkungen, ohne Hierarchien, alle Teilnehmenden arbeiten gleichberechtigt) soziale, politische und ökologische Phantasien für die Zukunft entwickelt. Der Kreativität ist in dieser Phase der Zukunftswerkstatt keine Grenzen gesetzt, es soll ihr freier Lauf gelassen werden. Es soll ein buntes Bild der „Visionen für das Projekt“ entstehen.

III. Realisierungs- und Praxis-Phase

In dieser Phase sollen die entwickelten Ideen und Utopien konsequent auf ihre Machbarkeit hin untersucht werden. Es gilt dann gemeinsam die erforderlichen Schritte zur praktischen Umsetzung der Ideen in einzelne konkrete Projekte zu erarbeiten. Zum Abschluß der Zukunftswerkstatt werden alle Projekte gemeinsam im Plenum vorgestellt, alle Teilnehmenden erhalten eine umfangreiche Dokumentation der Zukunftswerkstatt.

Hintergrund

Das Moderatorenteam führt durch die drei Phasen und ist für den Ablauf der Zukunftswerkstatt verantwortlich. Die Inhalte werden aber allein durch die Teilnehmenden beeinflusst.
Nach jeder der drei Phasen kommen alle Arbeitsgruppen in einem Plenum zusammen, um die Zwischen-Ergebnisse gegenseitig vorzustellen. Am Ende der Zukunftswerkstatt stellen die Teilnehmenden gemeinsam alle Ergebnisse und Projekte vor.
Wichtig ist, dass eine Teilnahme immer nur für den gesamten Zeitrahmen sinnvoll ist, da die verschiedenen Phasen aufeinander aufbauen!

Zur Zukunftswerkstatt gehören klare Regeln und Prinzipien:

  • Als erstes ist die deutliche Trennung von Kritik, Ideen und Lösungsvorschlägen im Prozess zu nennen. Die meisten Diskussionen leiden darunter, dass dort alles ineinander vermischt und nach kurzer Zeit der Überblick verloren geht.
     
  • Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Schriftlichkeit in der Auseinandersetzung, die beispielsweise „Vielredner“ zwingt, „auf den Punkt zu kommen“ und es allen Teilnehmenden ermöglicht, die Diskussion im Auge zu behalten, Schwerpunkte gerade in einer Fülle von Aspekten zu erkennen.
     
  • Eine der Stärken der Zukunftswerkstatt liegt in der ganzheitlichen Arbeitsweise. Durch kreative Methoden – es wird gemalt, gewerkelt, je nach teilnehmenden Gruppen auch Theater gespielt – wird das Problem, sind die phantasievollen Ideen erlebbar, und nicht nur denkbar, sondern denk-, fühl- und erfahrbar. Die Arbeit in Zukunftswerkstätten ist ein Erlebnis. Damit haben Zukunftswerkstätten einen hohen Lern- und Behaltenswert.
     
  • Wichtig ist auch die klare Aufgabenteilung im Ablauf der Zukunftswerkstatt: die Teilnehmenden sind Experten für das Thema, der Moderator ist für den Prozess zuständig.
     
  • Zum Schluß: Die Werkstattarbeit verläuft in einer Wellenbewegung. Es werden zunächst in jeder Phase viele Aspekte, Ideen und Assoziationen gesammelt, um dann in einem weiteren Schritt von den Teilnehmenden sortiert, strukturiert und gewichtet zu werden.

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